PayPal als Zahlungsanbieter für digitale Infoprodukte

PayPal hat sich mittlerweile zu einem der bekannsten Zahlungsanbieter im Internet entwickelt.  PayPal ist schnell, einfach und unkompliziert.

Trotzdem gibt es immer wieder Horrorgeschichten über gesperrte oder eingefrorene PayPal-Konten. Auch die Frage, ob man PayPal als einzigen Zahlungsanbieter nutzen kann oder ob es besser ist, noch andere Zahlungsanbieter einzubinden, wird häufig gestellt.

Ich versuche in diesem Artikel für möglichst viel Klarheit zu sorgen.

Warum PayPal als Zahlungsanbieter für digitale Infoprodukte?

In Deutschland verfügen laut PayPal mittlerweile 15 Millionen Menschen über ein PayPal-Konto. Innerhalb eines Jahres stieg die Anzahl um 5 Millionen.

An dieser Entwicklung kann man sehen, dass PayPal immer wichtiger im des E-Payments wird. Für den Kunden ist es auch sehr bequem. Er hinterlegt einmalig seine Daten bei PayPal und kann einfach mit der Eingabe seiner Email-Adresse und seines Passwortes bezahlen.

Seine Kreditkarten- oder Bankdaten werden mit diesem System nicht an den Händler rausgeben.

Der Kunde kann in seinem PayPal-Konto ein Bankkonto anlegen, von dem per Lastschrift seine Einkäufe verrechnet werden. Auch das Hinterlegen einer Kreditkarte ist möglich.

Während des Bezahlprozesses über PayPal besteht auch die Möglichkeit, eine Online-Überweisung über GiroPay vorzunehmen. Selbst eine klassische Banküberweisung ist möglich.

Warum PayPal für Online-Händler interessant ist

PayPal bietet sehr günstige Gebühren an. Die Gebühren staffeln sich nach dem monatlichen Umsatz, der über PayPal abgewickelt wird. Die nachfolgenden Werte beziehen sich auf pro empfangener Zahlung innerhalb der EU:

[green_plus_2_list width=“100%“]

  • Umsatz < 5000€ = 1,9% + 0,35€
  • Umsatz 5001€ – 25000€ = 1,7% + 0,35€
  • Umsatz 25001€ – 50000€ = 1,5% + 0,35€
  • Umsatz > 50000€ = 1,2% + 0,35€
[/green_plus_2_list]

Wie Du sehen kannst lohnt es sich hohe Umsätze zu machen 😉

Ein zweiter wichtige Punkt neben den Gebühren ist die einfachte technische Einbindung. Auf PayPal lassen sich schnell Buttons erstellen, die einfach in die eigene Webseite eingebunden werden können.

Viele Mitgliederbereich-Plugins bieten auch die Möglichkeiten, die Buttons direkt aus dem Plugin heraus ohne den Umweg zu PayPal zu erstellen.

Bei s2Member kann man angeben, welchen Preis man haben möchte, eine Beschreibung hinzufügen und sogar die hinterlegte Zahlungseite auswählen.

Mit der PayPal-Rückleitung ist es möglich, ein vollautomatisiertes System aufzusetzen. Der Kunde zahlt über PayPal und wird dann direkt zur Download- oder Registrierungseite geleitet. So musst Du Dir nur ein mal die Arbeit machen und der Rest läuft auf Autopilot.

PayPal als einziger Anbieter?

Durch die Diskussion in einer Facebook-Gruppe bin ich erst darauf gekommen, diesen Artikel zu schreiben. Die zentrale Frage war, ob es reicht, PayPal als einzigen Zahlungsanbieter zu nutzen.

Ganz genau ging es darum, warum man Dienste wie Micropayment, Sofortüberweisung etc zusätzlich einbinden sollte, wenn man doch alle Zahlungsarten auch über PayPal abwickeln kann.

Ein immer wiederkehrende Argument gegen PayPal ist, dass ja nicht jeder Kunde ein PayPal-Konto hat.

Das stimmt schon, PayPal bietet aber auch die Möglichkeit, ohne bestehendes PayPal-Konto zu bezahlen. Für diesen Zweck gibt es die PayPal-Gastzahlungen.

Als Gast hat man die Möglichkeit, bis zu 3 mal oder einer Summe von 1500€ ohne bestehendes PayPal-Konto zu bezahlen. Als Zahlarten stehen dafür Lastschrift und Kreditkarte zur Verfügung.

Während des Zahlungsvorgangs überprüft PayPal im Hintergrund, ob die richtigen Adress- und Bankdaten eingegeben wurden.

Meines Wissen nach wird nach diese Überprüfung das Geld dem Händler direkt gutgeschrieben. Auch der Kunde muss keine weitere Verifizierung vornehmen.

PayPal für wiederkehrende Zahlungen

Dieses Thema möchte ich nur kurz anreissen, da ich dazu einen eigenen Artikel geschrieben habe. Diesen findest Du hier: Wiederkehrende Zahlungen mit PayPal für Mitgliederbereiche und Abo-Systeme

Auf der offiziellen PayPal-Seite kann man keinen Abo-Button mehr erstellen. Warum das so ist, weiß wohl nur PayPal selber.

Über Mitgliederbereich-Plugins wie s2Member oder DigitalAccessPass lässt sich aber nach wie vor ein Abo-Button für PayPal erstellen.

Abozahlungen können aber nur vorgenommen werden, wenn der Kunde eine Kreditkarte im PayPal-Konto hinterlegt hat oder über den Gastzugang mit Kreditkarte bezahlt.

PayPal – Der Horror für jeden Händler?

Immer wieder gibt es Horrorstories, dass PayPal Konten einfriert und diese erst nach langer Zeit wieder frei gibt. Gerade in der Infomarketing-Szene hört man solche Geschichten.

Ich hab zu dem Thema wirklich viel gelesen, was mir auch sehr die Augen geöffnet hat. Es gibt viele Fehler, die man vermeiden sollte. Diese Thematik alleine ist aber so umfangreich, dass ich daraus einen eigenen Report oder sogar kleinen Videokurs machen könnte.

Falls da Interesse dran besteht, einfach einen kurzen Kommentar unter diesem Artikel schreiben.

Einen ganz großen Tipp möchte ich an der Stelle aber doch geben:

Behandel Dein PayPal-Konto wie ein Geschäfts-Bankkonto!

Eine kleine Geschichte dazu:

Hast Du schon mal gesehen, das eine Firma jeden Tag oder nach großen Verkäufen ihr komplettes Konto leer räumt?

Nein?

Das ist aber genau das, was viele Online-Händler mit ihrem PayPal-Konto machen!

Weil sie das Geld brauchen oder einfach nur Angst haben lassen sie sich das Geld von PayPal auf ihr Bankkonto überweisen.

Wenn jetzt aber Produkte im Wert von hunderten oder tausenden von Euros verkauft wurden besteht immer das Risiko, das es Rückzahlungen, Stornos etc gibt.

Und was meinst Du wer im Zweifelsfall den Schaden bezahlen muss, wenn Dein PayPal-Konto leer und bei Dir nichts mehr zu holen ist?

Richtig, bei PayPal!

Und aus diesem Grund werden Sie sehr unruhig, wenn größere Geldeingänge auf Deinem PayPal-Konto zu verzeichnen sind und Du das ganze Geld schnellstmöglichst entnimmst.

Deswegen nochmal ein Tipp:

Lass das Geld erstmal auf dem Konto. Bezahl damit eigene Rechnung. Benutz es als normales Konto.

Fragen, Feedback und Anregungen

Dieses Thema ist wirklich komplex und in vielen Punkten diskussionswürdig. Und genau dazu lade ich Dich ein. Schreib mir Deine Meinung zu diesem Thema. Nutzt Du PayPal in Deinem Business? Welche Erfahrungen hast Du bisher gemacht?

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In diesem Sinne und bis demnächst,

Sebastian

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8 Comments

  • Jonas

    Reply Reply 4. April 2012

    Hey Sebastian,

    wie immer: sehr guter Artikel!! Aber Paypal ist und bleibt ein reiner Saftladen. Vom normalen Bankkonto Geld einziehen geht ratz fatz… sich Geld auszahlen lassen dauert minimum 2-5 Werktage.

    Und dann sind da noch diese „Sicherheitsprüfungen“.

    Ich bin jetzt seit über 7 Jahren zufriedener Paypal-Kunde. In den letzten 10 Tagen jetzt zum ersten mal auch größere Zahlungen entgegengenommen… vorher extra beim Telefonsupport für 14cent/Minute angerufen und nachgefragt wie es mit meinen Empfangslimits aussieht und dass da die Tage größere Zahlungen reinkommen… erste Zahlung (>6,9k eur) alles super… zweite Zahlung (ca 3k) gestern direkt nach Erhalt im „Sicherheitsprüfstatus“ eingefroren.

    Dauer der Prüfung: 4-7 WERKTage… ist ja nicht so, dass das auch MEINE Tagesgeldzinsen sind… Quatsch…

    Würden nicht 40% meiner Kundenzahlungen über den Laden ablaufen… würde ich denLaden sofort boykottieren!

    lg,
    Jonas

    [Antwort]

    Sebastian Czopp Antwort vom April 4th, 2012 11:28:

    Hallo Jonas,

    Danke erstmal für Dein Lob 🙂

    Aber kommen wir zum eigentlichen Thema. Aus meiner Sicht ist PayPal nicht generell ein Saftladen. Oftmals liegen die Probleme an Unwissenheit, fehlender Kommunikation von PayPal oder einfach Dummheit.

    Geld auszahlen hat bei mir immer maximal 2 Tage gedauert. So lange dauert es auch, wenn ich Geld von einem Bankkonto auf das andere überweise. Aus meiner Sicht ist das ein ganz normaler Zeitraum.

    Ich gehe davon aus, das Dein PayPal-Konto verifiziert ist. Dann gibt es noch das sogenannte EU-Empfangslimit. Wenn Du im Kalendarjahr einen Zahlungseingang von über 2500€ hast, wirst Du überprüft. PayPal selber empfiehlt, präventiv die Prüfung bei einem Zahlungseingang über 1800€ vorzunehmen. Das wird aber auch aus meiner Sicht unzureichend kommuniziert.

    Wahrscheinlich war das der „Sicherheitsprüfstatus“

    Was mich noch interessiert: Entnimmst Du das Geld, sobald es drauf ist? Es klingt fast so, da Dich die Tagesgeldzinsen interessieren. Falls es so sein sollte, ist das einer der größten Fehler die man machen kann. Hab das ja im Beispiel im Artikel beschrieben.

    Liebe Grüße,
    Sebastian

    [Antwort]

    Jonas Antwort vom Oktober 1st, 2012 20:12:

    Ja, und genau deswegen ist Paypal halt ein Saftladen… weil sie die Zinsen für sich behalten wollen und grundlos einfach mal aus Spaß Geld einfrieren. Zusätzlich dazu wurde vorn paar Monaten sogar mein Konto gehackt und irgendein Vollspast hat sich ungefragt 800,-€ von meinem Bankkonto gegriffen. Sehr dubioser Laden.

    Ich nutze für meine produkte inzwischen lieber Affilibank (auch wenns noch in der Betaphase ist). Haben alles integriert, KEINE 50$ zur Produktaktivierung, Übersichtlicher Panel, hammer Bezahlabwicklungsseite, alle Affiliates werden gerecht ausbezahlt. Alles super… und wird Clickbank in Zukunft gehörig Konkurrenz machen!

    Paypal ist für mich leider gestorben.

    lg,
    Jonas

    [Antwort]

  • Daniel Haas

    Reply Reply 15. April 2012

    Ich hoffe ja das sich Alertpay auch noch durchsetzten wird!

    [Antwort]

  • Sven Schindler

    Reply Reply 17. April 2012

    Hallo Sebastian,

    ein super Artikel. Für mich haben sich einige Fragen in Bezug auf PayPal damit geklärt. Für mich ist PayPal allerdings nicht ganz so relevant da ich meine Produkte über ShareIt abwickel. Klar sind hier die Gebühren höher, dafür habe ich aber ein verwaltetes Affiliatesystem. Ein weiterer Vorteil ist die vielen Möglichkeiten der Bezahlung. Das PayPal höhere Summen „einfriert“ oder überprüft oder was auch immer ist logisch. Ich würde ja mein Girokonto auch nicht abräumen lassen, wenn evtl. Retourzahlungen anstehen könnten. Ich denke sonst würde selbst Paypal ins Rudern kommen. Lasst euch aml eine fällige Lebensversicherung auszahlen, das dauert 2-5 Wochen und da kommt keine Retour.

    Gruß Sven

    [Antwort]

  • Vladislav Melnik

    Reply Reply 30. Mai 2012

    Hey Sebastian,

    danke für den interessanten Beitrag!

    Ich habe noch kein digitales Infoprodukt, also muss ich mir noch keine Gedanken darüber machen, aber mir schwebte auch immer PayPal, ShareIt oder E-Junkie vor Augen.

    Wie Sven schon sagt, denke ich auch, dass das integrierte Affiliate-System von ShareIt echten Mehrwert bietet.

    Viele Grüße
    Vladislav

    [Antwort]

  • Peter

    Reply Reply 5. Juli 2013

    Hallo Sebastian.

    Ich lese in letztr Zeit immer häufiger, dass PP auch beim Thema Lastschrift auch mit diversen Sicherheitsprüfungen aufwartet und in vielen Fällen (auch wenn zigmal der Vorgang ohne Beanstandung verlaufen ist) einfach Lastschrift ohne ersichtlichen Grund verweigert.

    Desweiteren würde ich es genau aus dem Grund nicht als normales Konto nutzen wollen, weil PP eben genau sich nicht wie eine normale Bank verhält (Mir immer noch schleierhaft, wieso sie eine Banklizenz erhalten haben).

    Es besteht natürlich auch bei einem Bankkonto die Möglichkeit, dass es gesperrt wird. Aber nicht willkürlich und ohne rechtliche Grundlagen wie einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss. Und wenn ich täglich meine Einnahmen von meinem Bankkonto abhebe, wird mich die normale Bank nicht als Terrorist oder Drogenhändler einstufen und mir mein Geld für bis zu 180 Tagen verweigern….

    Aber es ist halt schn so, dass PP durch Ebay die Macht hat und so ihre Vormachtsstellung immer weiter audsgebaut haben…

    Schade eigentlich… Denn die Idee dahintr wr ja irgendwann mal richtig gut…

    Freundliche Grüsse und viel Erfolg weiterhin (Echt gute Artikel auf deiner Seite)

    [Antwort]

  • Maximilian

    Reply Reply 15. Mai 2014

    Zwar ist der Artikel schon älter, aber die Informationen finde ich schon sehr hilfreich. Bisher habe ich Paypal nie nutzen oder einbringen müssen, was in Zukunft sicherlich anders aussehen wird. Da sind diese Informationen hier doch eine sehr große Hilfe.

    [Antwort]

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